Opfer des NS Regimes

Johann Strauss

geboren am 26. Juni 1898 in Tschau/Čava bei Arnoldstein/Podklošter

hingerichtet am 28. Jänner 1943 in der NS-Hinrichtungsstätte Landesgericht Wien 

zuletzt wohnhaft in Seebach 4 bei Villach/Beljak

 

Johann Strauß hat das Schlosserhandwerk erlernt. Er hat am Ersten Weltkrieg und am Kärntner Freiheitskampf teilgenommen. Nach dem Ersten Weltkrieg war er längere Zeit erwerbslos. In dieser Zeit lebte er mit seiner Ehefrau und seinen vier Kindern in großer Not. Von 1919 bis zur Verbotszeit war er Mitglied der SDAPÖ. 1939 wurde er zur deutschen Wehrmacht eingezogen und  musste am Polenfeldzug teilnehmen, ist aber später wegen Krankheit vom Wehrdienst befreit worden. Im März 1940 wurde er zu den Böhler Werken in Kapfenberg dienstverpflichtet. Nach mehreren Gesprächen mit Arbeitskollegen in den Böhlerwerken entschloss er sich im November 1940  zum Eintritt in die KPÖ und bildete gleich darauf eine kommunistische Betriebszelle. Am 31. Juli 1941 wurde Johann Strauß gemeinsam mit dem Lagerhalter Josef Seper und dem Schlosser Johann Waller von der Gestapo verhaftet und ein Jahr später am 8. August 1942 im Landesgericht Graz wegen Hochverrates zum Tode verurteilt.

Aus dem Urteil: „Die Angeklagten Seper, Waller und Strauß sind ihrem deutschen Volk während seines Schicksalskampfes in den Rücken gefallen. Im Reichsinteresse ist die Verhängung der Todesstrafe gegen sie erforderlich. Wegen ihrer ehrlosen Taten sind ihnen auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebzeiten aberkannt worden“.

Am 28. Jänner 1943 wurde Johann Strauß im Alter von 45 Jahren im Landesgericht Wien enthauptet. Er ist auf dem Wiener Zentralfriedhof in der Schachtgräberanlage 40, Grabnummer 29/3, begraben.  

 

Quellen: Liste Nischelwitzer. Fragebogen für politische Häftlinge, Kreis Villach (PA).  Gedenken und Mahnen in Wien, H. Exenberger, S. 167. Willi Weinert, Ich möchte, dass sie euch immer nahe bleiben…, Verlag Alfred Klahr Gesellschaft, Wien 2005. Anklageschrift. Gerichtsurteil.

 

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