Opfer des NS Regimes

Peter Rogy

geboren am 28. Juli 1897 in Möderndorf/Modrinja vas/Hermagor/Šmohor

gestorben am 14. April 1944 im Zuchthaus Stein a. d. Donau

wohnhaft in Villach, zur Zeit seiner Verhaftung wohnhaft in Leoben

 

Peter Rogy arbeitete als Bahnhofaufseher und Ladeschaffner in Villach. Nach dem Anschluss im März 1938 an Hitlerdeutschland wurde er nach Leoben versetzt. Während seiner Villacher Zeit wohnte er mit seiner Familie in Arnoldstein. Mit seiner Frau Antonia hatte er vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter. Der jüngste Sohn, Viktor, kam 1924 zu Welt. Bei der Eisenbahner Blasmusikkapelle Arnoldstein betätigte er sich als Blechbläser und Notenschreiber. In dieser Zeit verunglückte er auf den Geleisen des Arnoldsteiners Bahnhofgeländes, so dass ihm ein Fuß amputiert werden musste. Rogy gehörte bis 1934 der Sozialdemokratischen Partei an, deren langjähriger Obmann der Ortsgruppe Arnoldstein er war. Nach den Februarkämpfen 1934 schloss er sich zunächst den Revolutionären Sozialisten und nach seiner Versetzung nach Leoben der KPÖ an. Nach dem „Anschluss“ 1938 war er innerhalb der Widerstandsgruppe der KPÖ um Johann König und Richard Götzinger in Leoben aktiv. Er wurde am 21. Oktober 1941 festgenommen und am 15. April 1943 in Graz vom Oberlandesgericht Wien wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Gefängnis wurde er einmal von seinem jüngsten Sohn Viktor besucht, der über den Zustand seines Vaters zutiefst erschrocken war. Viktor: „Er war unglaublich aufgedunsen und voller Pusteln. Er hatte auch viele Einstiche von Spritzen. Ich glaube man hat mit ihm medizinische Versuche gemacht“. Peter Rogy starb am 14. April 1944 im Alter von 47 Jahren im Zuchthaus Stein an der Donau. 

Im Jahre 1946 wurde Peter Rogy gemeinsam mit den Widerstandskämpfern Mathias Papst, Rudolf Pichler und Konrad Mlekusch auf dem Friedhof in Leoben Donawitz in einem Ehrengrab beigesetzt. Bei der feierlichen Beisetzung sprachen neben dem Präsidenten des Opferverbandes, einem Gewerkschaftsvertreter und dem ehemaligen Partisan der Österreichischen Freiheitsfront, Sepp Filz, auch noch Vertreter von SPÖ, ÖVP und KPÖ. Bei den späteren Gedenkfeiern war das nicht mehr möglich - der Kalte Krieg ließ keine gemeinsame Feier in Leoben mehr zu.

Im Jahre 1949 stellte die KPÖ-Villach einen Antrag für eine Gedenktafel für die Opfer des Faschismus, auf der auch Peter Rogy aufscheinen sollte. Dieser Antrag wurde im Villacher Gemeinderat abgelehnt.

 

 

Quellen: Heimo Halbrainer, Lexikon der NS-Opfer aus dem Bezirk Leoben . Friedrich Vogel, Österreichs Eisenbahner im Widerstand, Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Gespräch mit Viktor Rogy (Sohn) im Mai 2001. Andrea Lauritsch, Broschüre alpe adria 5/94. Antrag der KPÖ im Jahre 1949 an die Stadtgemeinde Villach(PA). Gespräch mit Bela Ban, Lebensgefährtin von Viktor Rogy (Sohn), im August 2014.

 

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