Opfer des NS Regimes

Marie Luise Mayer, geb. Gottlieb

geboren am 27. Dezember 1882 in Wien

am 26. April 1944 nach Auschwitz deportiert, Todesdatum unbekannt

 

Marie Louise Mayer war mit dem Industriellen Otto Mayer verheiratet und hatte zwei Kinder, Helene und Karl. Seit 1917 war die Familie im Besitz der in Augsdorf bei Helden gelegenen Villa Bonaventura. Seit Ende der 1920er Jahre arbeitete Marie Louise Mayer als freischaffende Schriftstellerin und verfasste verschiedene Lustspiele, die zum Teil mit großem Erfolg an den Wiener Bühnen aufgeführt wurden. Auch als Feuilletonistin beim Neuen Wiener Tagblatt und bei der Neuen Freien Presse fand ihre Arbeit Anklang. 1936 verstarb ihr Mann Otto. Nach dem "Anschluss" hatte sie sich als Jüdin monarchistischen Widerstandskreisen angeschlossen und wurde als Mitglied des Legitimistenzirkels rund um Erich Thaler und Johann Müller mit dem Aufbau einer Frauengruppe beauftragt. Ihre Wiener Wohnung in der Floragasse 7 diente als Treffpunkt vieler Oppositioneller und dürfte schon frühzeitig unter Beobachtung der Gestapo gestanden haben. Marie Louise Mayer wurde gemeinsam mit einigen MitstreiterInnen im November 1939 verhaftet und vermutlich ins KZ Ravensbrück gebracht. Am 26. April 1944 wurde sie schließlich nach Auschwitz deportiert, wo sich die Spur der nunmehr 62jährigen verliert. 

 

Quelle: DÖW-Opferdatenbank, Wiener Stadt- und Landesarchiv. Biografische Angaben vergl. auch http://www.univie.ac.at/biografiA/projekt/Widerstandskämpferinnen/Mayer_Louise.htm

 

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