Opfer des NS Regimes

Milan Jelič

geboren am 10. Oktober 1910 in Sušac/Sussach in Kroatien

hingerichtet am 23. Dezember 1944 in der NS Hinrichtungsstätte Landesgericht Graz

zuletzt wohnhaft in Seebach bei Villach

 

Der Hilfsarbeiter in der Marmeladefabrik Pomona in St. Ruprecht bei Villach Milan Jelič war in die Villacher Widerstandsgruppe rund um Maria Peskoller eingebunden. Zum Kern dieser Widerstandsgruppe gehörte neben Maria Peskoller aus Villach noch Margarete Jessernigg aus Villach, Rosa Eberhard aus Villach, Valentin Clementin aus Seebach bei Villach und Maria Jennes aus Kellerberg. Im Spätsommer 1944 gelang dieser Gruppe der Aufbau einer im Wald lebenden und kämpfenden Partisanengruppe, den Treffner Partisanen. Diese Gruppe bestand aus den drei Wehrmachtsdeserteuren Erich Ranacher aus Lienz, Josef Ribitsch aus Klagenfurt, Heinrich Brunner aus Seebach bei Villach und den drei entflohenen russischen Zwangsarbeitern Wasil Gollobin, Juan Sirokin und Michael Kassulin. Der Aktionsradius der Treffner Partisanen, die in selbstgebauten Waldbunkern lebte, erstreckte sich vor allem auf das Gegendtal. Milan Jelič, eingebunden in das Netzwerk rund um Maria Peskoller, unterstützte diese im Wald lebende und kämpfende Gruppe mit Lebensmitteln, Übermittlung von Nachrichten und durch Beschaffung einer Pistole. Mitte November 1944 ist die Gruppe aufgeflogen und es gelang der Gestapo die gesamte Gruppe festzunehmen. Milan Jelič wurde von der Gestapo verhaftet und in Villach inhaftiert, wo er auch verhört wurde. Ein paar Tage später wurde er in das Landesgerichtsgefängnis nach Klagenfurt überstellt. Der Prozess gegen die Treffner Partisanen fand am 17. und 18. November in Klagenfurt unter dem Vorsitz von Roland Freisler statt. In der Urteilsverkündigung heißt es: „Josef Ribitsch, Heinrich Brunner und Erich Ranacher haben als Bunkergemeinschaft kommunistischer Deserteurbanditen die ehrlich arbeitende Bevölkerung zusammen mit ausländischen Arbeitern raubend terrorisiert und auch das Leben eines anständigen Landwachtmannes auf dem Gewissen. Valentin Clementin und Milan Jelič haben ihnen Waffen und Munition geliefert. Frau Maria Peskoller, Frau Margarete Jessernigg und Frau Rosa Eberhard gaben ihnen die Basis in der Bevölkerung, ohne die sie ihr Verräterleben nicht hätten führen können. Frau Peskoller und Frau Jessernigg ließen sie immer wieder bei sich schlafen, führten ihnen ausländische Arbeiter zu und halfen ihnen auch sonst. Sie alle haben sich dadurch volksverräterisch zu Handlangern unserer Kriegsfeinde gemacht. Für immer ehrlos werden sie mit dem Tod bestraft.“ Milan Jelič wurde am 23. Dezember 1944 im Landesgericht Graz hingerichtet. Der Leichnam des Ermordeten wurde am Grazer Zentralfriedhof verscharrt. Die genaue Grabstelle des Hingerichteten konnte nie eruiert werden.

 

Quellen:

DÖW 1936. Alpe adria 5/94 Andrea Lauritsch. Max Muchitsch: Die Rote Stafette, Wien 1985, S. 164, 165, 167, 168 , 169. August Walzl: Gegen den Nationalsozialismus, Klagenfurt 1994, S. 251. Lisa Rettl und Jenny Gand: Wilde Minze, ein Dokumentarfilm, www.wildeminze.at. KLA LG Strafakten / Sch 257, Vr 2831/46. Gedenktafel auf dem Volkshaus in Landskron.

 

 

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