Opfer des NS Regimes

Maria Gornik, geb. Schönfeld

geboren am 20. April 1900 in Bursztyn

gestorben am 16. Oktober 1942 im KZ Auschwitz

zuletzt wohnhaft in Villach-Auen, Oberfeldstrasse

 

Maria Gornik führte zusammen mit ihrem Mann Wilhelm eine Greißlerei am Kiesweg 10 in Villach. Maria Gornik, die ihren Mann während des 1. Weltkrieges in Polen kennenlernte, war Jüdin. Im Juli 1941 wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann und einem Nachbarn wegen angeblichen Hörens von ausländischen Feindsendern von der Gestapo verhaftet. Während die beiden Männer schon nach kurzer Zeit wieder enthaftet wurden, blieb Maria Gornik weiterhin im Gestapogefängnis in der Ankershofengasse in Villach, vermutlich aufgrund ihrer als jüdisch geltenden Herkunft. Im Herbst des Jahres 1941 wurde sie ins Gestapogefängnis nach Klagenfurt überstellt, kurz vor Weihnachten 1941 brachte man sie über Umwege ins nördlich von Berlin gelegene Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, wo sie am 21. Februar 1942 eintraf. Acht Monate später erfolgte ihre Deportation nach Auschwitz, wo sie am 16. Oktober 1942 ermordet wurde.

Ein Antrag für eine Gedenktafel für Maria Gornik, eingebracht von der KPÖ im Jahre 1949, wurde damals im Gemeinderat abgelehnt.

 

Weiterführende Literatur: Lisa Rettl, Alexandra Schmidt, "Du kannst Dir meine Verzweiflung kaum vorstellen..." Maria Gornik, in: Alexandra Schmidt (Hrsg.), Drautöchter. Villach Frauengeschichte(n), Klagenfurt 2013 sowie Alexandra Schmidt, "Ich habe jeden Tag gebetet, dass er wiederkommen soll". Opfer der Shoah, in: Werner Koroschitz, Alexandra Schmidt (Hrsg.), Im besten Einvernehmen. Antisemitismus und NS-Judenpolitik im Bezirk Villach, Klagenfurt 2014.

Quellen: KLA, Bezirksgericht Villach, Z-Akten; Interview mit Mathilde Wassertheurer

login