Opfer des NS Regimes

Lew Demianczuk

geboren in Polen

hingerichtet am 28. August 1942 in St. Ruprecht bei Villach

Zwangsarbeiter auf dem Gutshof von Wilhelm Kaufmann in St. Ruprecht bei Villach

 

Über 60.000 Menschen wurden während des NS-Terrors in Kärnten zur Zwangsarbeit herangezogen. Davon wurden 26.000 Arbeitskräfte in der Landwirtschaft beschäftigt und 36.000 in der Industrie, im Handel, im Gewerbe, bei den Behörden und Parteidienststellen. Praktisch alle großen Industrie- und Bergbaubetriebe beschäftigten ZwangsarbeiterInnen. Außerdem gab es kaum einen Bauern, der nicht einen Zwangsarbeiter oder eine Zwangsarbeiterin auf seinem Hof hatte.

Lew Demianczuk war einer von diesen Zwangsarbeitern, der auf dem Gutshof von Wilhelm Kaufmann in Urlaken/St. Ruprecht eingesetzt wurde. Weil er am Samstag den Misthaufen seines Dienstgebers nicht in Ordnung gebracht und sich mit diesem in einen Streit eingelassen hatte, wurde er über Urteil des Gaurichters Georg Häusler öffentlich durch Erhängen hingerichtet. Bei dieser Schauhinrichtung mussten alle Zwangsarbeiter aus der Umgebung - man wollte wohl ein abschreckendes Exempel statuieren - zuschauen. Auch der Bruder von Lew Demianczuk, der als Zwangsarbeiter in den Email-Werken in Unterseebach beschäftigt war, musste zusehen, wie sein Bruder erhängt wurde.

 

Quellen:

Alpe adria 5/94 Andrea Lauritsch. August Walzl in der Kleinen Zeitung 19. 02. 1999. Gespräch mit H. Raimund aus Urlaken im Mai 1995. Interview mit einer Zeugin, geführt von Werner Koroschitz, Archiv Verein Industriekultur und Alltagsgeschichte  Villach.

 

 

Eine Zeugin erinnert sich an die Hinrichtung

"Dem Kaufmann seine Schwester ist schauen gegangen und hat den Polen unter dem Bett liegen gesehen. Er ist natürlich auf und hat sich mit dem Leintuch abgeseilt, so haben sie es halt erzählt. Der Pole ist mit dem Zug gebracht worden, vom Bahnhof haben sie ihn abgeholt und dann aufgehängt. Bei uns war ein Kindermädchen aus Fiume, mit der bin ich raufspaziert, das war wie ein Trauerzug, so viele Leut sind da mitgegangen. ... da ist die Eiche gewesen, die steht heute noch, da haben sie ein Fassl druntergestellt, eine rote Schleife haben sie drübergetan und dann das Fassl einfach weggeschupft. Die rote Schleife ist noch Tage später dort gehangen.

 

Quellen:

Interview mit einer Zeugin, geführt von Werner Koroschitz, Archiv Verein Industriekultur und Alltagsgeschichte Villach.

 

 

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