Opfer des NS Regimes

Robert Deman

geboren am 12. Februar 1887 in Wien.

im Rahmen des sogenannten Nisko-Projektes 1939 verschollen

zuletzt wohnhaft in Wien 13. Bezirk, Amortgasse 33 Tür 8

 

Frau Elsa Schluga, Tochter von Robert Deman, wurde 1931 in Wien geboren und lebt seit 1938 in Villach. Sie erinnert sich: „Mein Vater wurde im Juni 1939 verhaftet, weil er Jude war. Er arbeitete als Vertreter in der Textilbranche. Gleich nach dem Anschluss im März 1938 haben mich meine Eltern aus Sicherheitsgründen zu meiner Tante nach Villach geschickt. Meine Mutter, geb. Johanna Planer aus Steindorf am Ossiachersee, ist nach England gefahren und bemühte sich dort vergebens um ein Ausreisevisum für ihren Mann. Mein Vater und meine Großmutter wurden im Juni 1939 verhaftet und deportiert, die Wohnung wurde beschlagnahmt. Dann ist meine Mutter nach Villach gekommen und wir lebten alle zusammen bei der Tante auf der Heide Nr. 2. Den letzten Brief von meinen Vater erhielten wir aus Polen. Ich glaube die Stadt hieß Tarnopol oder so ähnlich. Leider sind die wenigen Briefe, die wir von ihm hatten, verlorengegangen. Als in Villach herumgemunkelt wurde, dass ich die Tochter eines Juden bin, schwebten wir in großer Gefahr, man wollte meine Mutter und mich verhaften und deportieren. Wir hatten Glück. Mein Onkel, er war ein Nazi, erzählte seinen Parteikameraden, dass ich eigentlich das Kind eines Italieners sei, das meine Mutter in die Ehe mit Robert Deman mitbrachte. Gott sei Dank haben die Nazi nicht genau nachgeforscht und so überlebten wir. Wir hatten immer Angst“.

Robert Deman war einer von etwa fünftausend jüdischen Männern, die im Rahmen des sogenannten Nisko-Projektes als Zwangsarbeiter beim Aufbau eines geplanten "Judenreservates" in der Kleinstadt Nisko - etwa neunzig Kilometer südwestlich von Lublin - eingesetzt wurden. Nur wenige von ihnen überlebten den Einsatz.

 

Quellen:

Gespräch mit Frau Elsa Schluga (Tochter) im Juli 1999. Liste Nischelwitzer. Geburtsurkunde

 

 

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