Opfer des NS Regimes

Jožef Ribič/Josef Ribitsch

 

geboren am 5. April 1908 in Ferlach/Borovlje

hingerichtet am 23. Dezember 1944 in der NS-Hinrichtungsstätte Landesgericht Graz

zuletzt wohnhaft in Ferlach/Borovlje

 

Josef Ribič kam als jüngstes von neun Kindern des in Maria Rain/Žihpolje geborenen Werksarbeiters Ignac Ribič und dessen aus Köttmansdorf/Kotmara vas gebürtigen Frau Elisabeth Markel in Ferlach zur Welt. Nach der Schule absolvierte er eine Tischlerlehre und arbeitete in der Folge als Tischler.Die Umbenennung von Ribič in Ribitsch erfolgte 1936.

Im Sommer 1940 wurde Ribič zur FLAK nach Wien einberufen, jedoch aus gesundheitlichen Gründen bald darauf entlassen. Seit dem Frühjahr 1944 war er bereits als Kurier für den bewaffneten Widerstand in Kärnten aktiv gewesen. Im April 1944 wurde er neuerlich einberufen und der FLAK-Abteilung in Assling/Jesenice zugeteilt. Als im Zuge der Erhebungen der Gestapo im Rosental seine Widerstandstätigkeit bekannt wurde, wurde er im Juni 1944 festgenommen. Auf dem Transport von Wien nach Klagenfurt gelang ihm die Flucht und er schloss sich den kämpfenden Partisanen an. Gemeinsam mit Erich Ranacher wurde er beauftragt nördlich von Villach eine Gruppe aufzubauen. Gemeinsam mit Heinrich Brunner und den geflohenen sowjetischen Zwangsarbeitern Michael Kassulin, Wasil Gollobin und Juan Sirokin bildeten sie den Kern einer Partisanengruppe, die den Nationalsozialisten bewaffneten Widerstand leisteten. Ein wesentlicher Faktor, dass es überhaupt zu einer im Wald lebenden und kämpfenden Gruppe im Gegendtal kommen konnte, ist auf die Kontakte von Maria Peskoller zurückzuführen. Mit Hilfe des von Maria Peskoller aufgebauten Verbindungsnetzes wurde die Gruppe in den Wald geschleust. Wie aus der Gendarmerie Chronik von Afritz hervorgeht, zeigten die Aktionen der Treffner Partisanen durchaus Wirkung: „Ab 30. 10. musste das Elektrizitätswerk Arriach-Klamm wegen Bandentätigkeit im Postenbereich Treffen durch Landwachtmänner zur Nachtzeit ständig bewacht werden. […] Am 4. 11. nach 18 Uhr haben 9 bewaffnete Banditen in Verditz Nr. 15 Lebensmittel geraubt. Auf das hin wurde der Posten um 3 Gendarmen verstärkt und musste durch Tage hindurch Lauerstellung in den Ortschaften Verditz und Schattenberg unter Heranziehung der Landwacht zur Nachtzeit bezogen werden, bis die Treffnerbande festgenommen wurde. “ (zitiert nach Lisa Rettl in www.wildeminze.at) Im November 1944 ist die Gruppe aufgeflogen und es gelang  der Gestapo fast alle Mitglieder der Gruppe festzunehmen. Josef Ribitsch versuchte gemeinsam mit Heinrich Brunner und Erich Ranacher nach Lienz, der Heimatstadt von Ranacher, zu entkommen. Alle drei wurden am 14. November 1944 in Steinfeld im Drautal verhaftet und in die Gestapohaft nach Klagenfurt eingeliefert. Der Prozess gegen die Treffner PartisanInnen fand am 17. und 18. Dezember 1944 in Klagenfurt, unter dem Vorsitz von Roland Freisler statt. Josef Ribitsch und sieben weitere Mitglieder der Gruppe wurden zum Tode verurteilt und fünf Tage später in Graz hingerichtet. Die Ermordeten wurden am Grazer Zentralfriedhof verscharrt. Die Grabstelle der Hingerichteten konnte nie eruiert werden. 

In seinem Abschiedsbrief an seine Mutter schrieb er: „Liebe Mutter, Teilhe dir mit das mein Urteil heute vollstregt wird, es wird wohl bitter für dich sein das du deine jüngsten Sohn als ersten verloren hast, und grüße auch alle meine Geschwister und Verwante, wie geht es dir, hoffe das du noch gesunt bistso wie alle anderen. Nochmals die besten Grüße von deinem Sohn Peppej.“

 

Quellen: Max Muchitsch, Die Rote Stafette S. 167 168, 169.   August Walzl, Gegen den Nationalsozialismus.  Nischelwitzerliste. Hans Haider, Nationalsozialismus in Villach, Kitab-Verlag 2008.  Lisa Rettl und Jenny Gand, Wilde Minze, ein Dokumentarfilm, www.wildeminze.at. Brigitte Entner, Wer war Klara aus Šentlipš/St. Philippen, Kärntner Sloweninnen und Slowenen als Opfer der NS-Verfolgung, Drava Verlag, Klagenfurt 2014. Heimo Halbrainer, „Sei mir nicht böse, dass ich im Kerker sterben muss“, Die Opfer der NS-Justiz in Graz 1938 bis 1945, CLIO Graz 2014.

 

 

 

 

 

 

 

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