Opfer des NS Regimes

Erika Ulbing

 

geboren am 3. Februar 1940 in Villach

ermordet am 29. Juli 1942 in der NS-Tötungsanstalt „Am Spiegelgrund“ in Wien

wohnhaft in Turdanitsch bei Villach / Trdaniče v Beljak

 

Erika ist das jüngste von vier Kindern einer Kleinbauernfamilie. Im Alter von fünf Jahren erkrankt das kleine Mädchen an einer Hirnhautentzündung. In der Folge bildet sich ein Wasserkopf, das Sehvermögen schwindet und es zeigen sich Lähmungserscheinungen. Am 25. März 1942 wird Erika vom Gesundheitsamt Villach in die „Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund“ eingewiesen, wo sie drei Monate später verstarb. Als Todesursache wurde Lungenentzündung angegeben.

 

Quelle: Waltraud Häupl, Die ermordeten Kinder vom Spiegelgrund, Böhlau Verlag 2006.

 

 „Die Kinder- und Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund“

In der Wiener „Heil- und Pflegeanstalt“ Am Steinhof wurde im Jahr 1940 die städtische „Kinder- und Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund“ eingerichtet. Beinahe 800 Kinder und Jugendliche fanden in dieser Tötungsanstalt zwischen 1940 und 1945 den Tod. Viele von ihnen deswegen, weil sie dem „Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“, der Tarnorganisation für den Mord an Kindern und Jugendlichen, gemeldet wurden und dieser sie als „lebensunwert“ einschätzte. Verschiedene Kriterien wie z. B. „Idiotie, Lähmung oder Missbildung verschiedener Art“  wurden dabei als Gründe für die Meldung der Kinder genannt. Tatsächlich war allerdings oftmals das Kriterium der späteren Arbeitsfähigkeit ausschlaggebend bei der Entscheidung über Leben und Tod.

 

Quelle: Zitiert nach Wolfgang Haider im Buch: Bernhard Gitschtaler, Die Opfer des Nationalsozialismus im und aus dem Gailtal, 2015 Otto Müller Verlag Salzburg-Wien.

 

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