Zeitdokumente

Letzter Brief von Anton Gastl aus dem KZ Dachau an seine Frau Aloisia

 

Dachau Block 3K, den 6. 2. 1944

 

Meine Lieben!

Es freut mich heute Schreibgelegenheit erhalten zu haben, um Euch über mein daheim zu berichten. Von Klagenfurt kam ich am 31. 1. d. J. in der Früh weg und langte am gleichen Tage abends 20.00 Uhr hier an. Insofern Ihr mir mein Los erleichtern wollt bitte ich um Heraussendung von etwas Brot und Fett ( Margarine, Butter oder sonstiges). Um das Brot haltbar zu machen empfehle ich das Aufschneiden in Würfel oder Scheiben, entsprechende Trocknung und Verpackung in einem Papiersack. So könnte ich die Suppe resp. Kaffe sättigender gestalten. Wahrscheinlich hat schon Pöck entsprechend geschrieben, der die Zusammensendung mit mir wünscht, falls Toni die entsprechende Verpackung (Kistchen) schafft. Bezüglich Sendung von Kleidungsstücken werde ich nächstens berichten. Hoffentlich habt Ihr meine Brieftasche erhalten, mit etwas über 100 RM und meinen Ehering. Auch die beiden anderen Brieftaschen wurden mir bei der Gendarmerie in Mallestig abgenommen., mit meinen und Tonis Kleiderkarten, meinen […] und Raucherkarten, Fotografien der Buben usw. Vielleicht könnt Ihr mir davon berichten. Bei Gallob in der Schreibtischschublade holt meine Augengläser samt Etui und bewahrt sie zu Hause gut auf. Weiters bitte ich alle meine Sachen in guter Verwahrung zu behalten. Vielleicht könnt Ihr neueste Zeitungen und 5 Stück Briefmarken mitsenden. Auf Eure Berichte mich freuend bitte ich Franzi für mich etwas zu machen. 

Grüße herzlichst: Euer Vater

 

 

Quelle: Archiv Verein Erinnern, Villach

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