Zeitdokumente

Abschiedsbrief von Johann Wandaller an seine Frau und seine drei Kinder

Geschrieben am 23. 10. 1944, ein paar Stunden vor seiner Hinrichtung.

Quelle: Johann Wandaller (Sohn). Abschrift gemacht von Hans Haider

 

Liebe Bethi und Kinder

 

Ich habe einige schwere Stunden gehabt und muß von Euch Abschied nehmen. Wie ich dazu gekommen bin weiß ich nicht mehr. Liebe Bethi trage mir nichts Böses nach und sorge für unsere Kinder, dass sie groß und stark werden. Ich lebe in der Ewigkeit mit Euch. Ich selbst habe harte Stunden mitgemacht bis es zur Tat kam. Ich werde heute von hier weggebracht und werde in einigen Stunden nicht mehr auf Erden sein. Gott soll Euch schützen und Euch stark machen, damit Euch in Eurem Leben nichts Böses zustößt. ImKriege ist es nun einmal so-der eine stibt so, der andere so. Ich muß nun leider von Euch Abschied nehmen. In der Ewigkeit werde ich weiterleben. Hansi wird nun bald groß und stark; der ist ein guter und braver Kerl und Dir liebe Bethi helfen beim Großziehen der kleinen Erna und dem lieben kleinen Siegfried. Es ist nur schade, dass ich (Euch ) nicht mehr sprechen und sehen kann. Ich weiß liebe Bethi, dass Du die Kinder großziehst und gesund erhältst. Was ich verbrochen habe darf ich nicht schreiben. Wohl bin ich wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt worden und das Urteil wird in einigen Stunden vollstreckt. Gott sei Euch und mir gnädig und seid Ihr für ewig geküsst und gegrüßt. Euer Vater!

 

Johann Wandaller geb: 18. 12. 1908 - Hingerichtet: 23. 10. 1944

 

Er hatte drei Kinder: Johann(1930) Erna(1937) Siegfried(1942)

1928 ging er zum Militär. Dienstgrad: Stabsfeldwebel. Zum Schluß war er auf der Insel Walcheren einer Insel vor Holland als Bunkerkommandant stationiert.

 

 

 

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